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Kind + Jugend fragt nach… „Der vernetzte Laden“ – ein Interview mit Dominik Brokelmann vom Distributor Brodos

Stationärer und Online-Handel haben unterschiedliche Vor- aber auch Nachteile. Beide wollen Käufer an sich binden und befinden sich im „Kampf der Kanäle“. Wir haben mit Dominik Brokelmann, CEO des Distributors Brodos, gesprochen, der mit seinem „vernetzten Laden“ einen Lösungsansatz bietet. Im Interview erklärt er, wie die Zukunft des stationären Handels aussehen kann.

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Dominik Brokelmann, CEO bei Brodos – Foto: Brodos

1. Auf der diesjährigen Kind + Jugend sprach Ihr Unternehmen vom „Kampf der Kanäle“ zwischen stationärem und Online-Handel. Wie sieht dieser Kampf aus?

Sowohl stationär als auch online – beide Kanäle haben ihre Vorteile. Im Laden kann sich der Käufer durch den Fachmann beraten lassen, ein vorausgewähltes Sortiment steht zur sofortigen Mitnahme zur Verfügung und das Einkaufen an sich ist ein Erlebnis. Der Online-Handel bietet hingegen eine viel größere Produktauswahl, der Einkauf ist weder ort- noch zeitgebunden und die Lieferung erfolgt bequem nach Hause. Das führt beim Endkunden zur „Qual der Kanalwahl“, unter Umständen wechseln die Kunden den Händler. Nachdem die stationären Händler anfänglich in der Schockstarre waren, fangen sie nun an sich gegen den Online-Handel zu wehren. Die Frage, ob man sich dem Internet stellen muss, ist mittlerweile abgeschlossen und stellt sich nicht mehr. Die derzeitige Frage ist, wie dieser Kampf effektiv erfolgen kann.

2. Immer mehr Online Pure Player wie Amazon, Zalando oder Mister Spex verlassen die Anonymität des Internets und eröffnen „reale“ Läden. Ist das reine Online-Konzept passé?

Natürlich spüren auch die Online Pure Player den Druck und leiden unter dem großen Wettbewerb im Internet. Vor allem deshalb, weil sie sich nur im Preis differenzieren. Zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel Service und Beratung können diese nicht erbringen, um sich vom Wettbewerb zu unterscheiden. Die logische Konsequenz: Die Onliner drängen in den stationären Handel und versuchen, die Kanäle zu kombinieren.

3. Müssen neue Formen des Handels geschaffen werden? Wie sieht für Sie die Lösung aus?

Eine neue Form entsteht gerade automatisch. Für Endkunden ist der Nutzen größer, wenn die Onliner ihre kanalspezifischen Vorteile mit denen des Handels kombinieren. Der Kunde ist König, daher zieht die Karawane weiter zum Cross-Channel. Unser Konzept des „vernetzten Ladens“ bietet genau diese Kombination und wird von anderen bereits als marktführend bezeichnet. Der vernetze Laden ist eine Kombination aus multimedialen Katalogsystemen im Laden und Internet, zusammengestellt aus den Sortimenten der führenden Händler und Spezialgroßhändler. Im stationären Handel installierte Kiosk-Systeme ermöglichen einen Zugriff auf ein riesiges Online-Produktsortiment von über 250.000 Artikeln. Was nicht im Laden ist, ist so trotzdem verfügbar und über Nacht lieferbar.

4. Welche Voraussetzungen müssen bei den Händlern für einen „vernetzten Laden“ vorliegen?

Zunächst muss der Händler natürlich einen Laden haben und in der Region sowie bei der Industrie als kompetent, hilfsbereit und freundlich gelten. Durch die Vernetzung kann der Händler dann die Nachteile, die er gegenüber reinen Onlinern hat, aufholen. Hierfür haben wir unsere Tools entwickelt wie den brodos.net Kiosk, den Marketplace, StoreShip, brodos.net Onlineshop und my-store.TV.

5. Welche Verantwortung kommt den Herstellern zu, damit dieses Konzept funktioniert?

Die Hersteller sind für die Preissteuerung im eigenen Interesse verantwortlich. In der Verantwortung der Hersteller liegt die Preissteuerung im eigenen Interesse. Diese lässt sich durch Autorisierung und leistungsabhängige Konditionen erreichen. Der Händler, der viel leistet, soll schließlich auch etwas davon haben und belohnt werden.

6. Wie sieht für Sie die Zukunft des stationären Handels aus?

Die Zukunft des stationären Handels ist der „Local Hero Händler“. Dieser punktet in seiner Region mit Service und Beratung. Obendrauf bietet er günstige Preise und eine riesige Produktauswahl wie im Internet. Wir von Brodos unterstützen ihn dabei mithilfe unserer hierfür entwickelten Cross-Channel-Tools.

2 Antworten zu “Kind + Jugend fragt nach… „Der vernetzte Laden“ – ein Interview mit Dominik Brokelmann vom Distributor Brodos”

  1. Überleben werden die findigen Händler. Die, die ihr Sortiment kuratieren. Die, die nicht alles anbieten. Denn alles gibt’s eben im Internet. Um online zu bestellen, muss ich mich als Kunde nicht aus dem Haus wagen. Für kompetente Beratung, für Hands-on, für Service, für Fachmeinungen, für ein Einkaufserlebnis, für gute Sortimentsgestaltung und Sortierung allerdings schon.
    Händler, die versuchen, durch stationäres Sortiment großen Onlinehändlern Konkurrenz zu machen, haben einen unglaublichen Warenbestand. Stationäre Händler, die das Internet als alternativen Kanal ignorieren, die geänderte Kundeninteressen nicht wahrhaben wollen, die sich über ungefilterte Vorinformation aus dem Netz aufregen, werden auf Dauer den Kürzeren ziehen – und der Onlinekonkurrenz sowie dem gut sortierten Fachhandel Platz machen. Gehe mit der Zeit, sonst gehst Du mit der Zeit. Es ist kein Kampf der Kanäle. Es ist ein vielstimmiges Miteinander. Showrooming existiert genau wie der Kauf im Fachhandel nach Vorabinformation im Netz.

  2. Brodos AG sagt:

    Stationäre Händler brauchen heutzutage keinen großen Warenbestand im Laden, um zu konkurrieren. Im vernetzten Laden ist es ja gerade nicht so, weil die verfügbaren Artikel nicht im Laden vorrätig sein müssen, sondern „nur“ verfügbar sind.

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