Kind und Jugend

Kind und Jugend » News » Science fiction in der Wiege:…

Science fiction in der Wiege: Werden Roboter die neuen Spielgefährten unserer Kids?

Honey Bunny von Alilo – © Alilo

Dank Sprachsteuerung und digital vernetzter Technologien ist das Internet der Dinge längst auch im Kinderzimmer angekommen. Rund um Wiege und Kinderbett machen sich digitale Nannys und Smart Nursery Tools breit. Und in Babys Armen schlummern statt stummer Häschen und Puppen immer häufiger als Kuscheltiere getarnte Mini-Roboter. Erfahren Sie mehr über die Trends bei smarten Spielzeugen.

Digitale Technik macht Spielzeuge lebendig. Bei älteren Kindern bereits regelmäßig auf dem Gabentisch, erobern Smart Toys nun auch die Welt von Babys und Kleinkindern. Aber Kuscheltiere und Klötzchen sind keinesfalls passé. Im Gegenteil: Mit reichlich Elektronik versehen, singen sie jetzt auch Schlaflieder oder erzählen Geschichten wie Lunii’s Fabulous Storyteller. Andere Gadgets trösten Babys oder betätigen sich als Alleinunterhalter im Kinderbett – wie zum Beispiel der Spielhase Honey Bunny von Alilo oder der Pull & Spin Discovery Robot von Bkids. Auf Druck blinkt er, singt und verändert sogar seinen Gesichtsausdruck.

Die mit Bewegungs- und Berührungssensoren ausgestattete, mitwachsende Babywippe Babywippe Neptune Lights & Sea Bouncer™ von Baby Einstein ermöglicht es neugierigen Kids sogar, ihre eigene Musik- und Lichtshow abzuspielen: mit Meeres-Sounds, bunten Lichtern und blinkenden Fischen. Andere smarte Spielzeuge wie Tonies Toniebox kommen hingegen ganz schlicht daher. Im textilen Gewand des Würfels steckt eine interaktive Hörspiel-Box mit allen Finessen, die die kindliche Fantasie anregen soll.

Neptune Lights & Sea Bouncer – © Baby Einstein/Kids II

 

Vom Elektronik-Spielzeug zum Connected Smart Toy

Was alle diese unterschiedlichen Spielzeuge verbindet: integrierte Sensortechnik und Software, die die Interaktion zwischen Kind und Spielzeug möglich macht. Einfache elektronische Toys funktionieren im Prinzip wie der Teddybär von früher, der gebrummt hat, wenn er gekippt wurde. Connected Smart Toys hingegen nutzen die gesamten Möglichkeiten der Digitalisierung. Sie sind mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet und vernetzen sich via Internet mit digitalen Plattformen. Im Grunde funktionieren sie wie Siri und andere digitale Sprachassistenten und sind in der Lage, individuell auf jedes Kind zu reagieren. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten: Kinder können ihre Spielzeugautos per Sprachbefehl steuern und ihren Spielzeugen Fragen stellen. Die Antworten erfolgen individuell und altersgerecht.

Werden solche Mini-Roboter jetzt die neuen Freunde der Kinder? Manche besser nicht. Denn gerade aufgrund ihrer Vorteile – Vernetzung und Künstliche Intelligenz – bergen einige schwarze Schafe unter den Smart Toys auch Risiken, wie die Stiftung Warentest 2017 bei einem Test festgestellt hat: Über ungesicherte Bluetooth-Schnittstellen können Unbekannte mit dem Kind kommunizieren. Außerdem können smarte Spielzeuge gehackt werden oder die Kids ausspähen. Zum Beispiel „My friend Cayla“: Wie ein Spionagegerät hat die Puppe alles um sich herum aufgenommen und zum Hersteller gefunkt, der diese Daten zu Werbezwecken genutzt und auch an Dritte weitergegeben hat. Schon vor Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die die Rechtslage noch einmal verschärft hat, war das ein klarer Verstoß gegen Privacy-Richtlinien.

Lunii’s Fabulous Storyteller – © Lunii

 

Unumgänglich und für Eltern sehr beruhigend: Prüfsiegel für Privacy

Die Bundesnetzagentur hat Cayla deshalb im vergangenen Jahr vom Markt genommen. Und das ist kein Einzelfall: Mittlerweile sind mehr als 150 Verfahren wegen ähnlicher Verstöße anhängig, über 400 Angebote wurden bereits gelöscht. Um Eltern und Kindern in der digital vernetzten Spielzeugwelt die Sicherheit zu geben, dass sich der Teddy nicht als Trojaner entpuppt, hat der TÜV Rheinland gleich zwei Prüfsiegel eingeführt: „Protected Privacy IoT Product“ bewertet beispielsweise Spielzeug und dessen Datenübertragung, „Protected Privacy IoT Service“ steht für den sicheren Umgang des Herstellers mit den Daten. Um diese Siegel kommen Hersteller und Händler, die ihre Produkte in Deutschland verkaufen wollen, nicht herum.

Fakt ist: Digitale Spielzeuge sind ein stark wachsendes Geschäft: Marktforscher von Juniper Research rechnen damit, dass der weltweite Umsatz mit Smart Toys bis 2023 um das Dreifache auf mehr als 13 Milliarden Euro steigen wird. Und Deutschland ist immerhin der fünftgrößte Markt. Gute Chancen also für Anbieter von Smart Toys mit Privacy-Zertifikat.

 

Haben Sie bereits Smart Toys im Angebot? Setzen Sie dabei auf Prüfsiegel? Und worauf achten ihre Kunden? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.